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Das schöne und beinahe tragische Ende einer Schiffsreise
(An dieser Reisegeschichte, Mylord,
stimmt jeder Buchstabe, stimmt jedes Wort!)
Norwegen, Schiffsreise - Trip durch den Fjord.
Mister Townsend aus London an Bord.
Nettes Land, nettes Schiff, eine nette Runde.
Damen, Herren und auch ein paar Hunde.
Just, als Townsed kurz einmal fort geht
und eilig an einen gewissen Ort geht -
passiert´s, dass ein starker wind von Nord weht,
ein Sturm fast, der wie wild durch den Fjord weht
und einen kleinen Hund über bord weht
vom Platz, an dem auch sein Frauchen, Miss Cord, steht!
Entsetzen, Schrecken, ein Heidengeschrei -
in rasender Schnelle ist alles vorbei!
O Graus, o Schreck
- das Hündchen ist weg!
Die Ladies weinen (doch ganz ohne Grund),
sie schluchzen und weinen: Der arme Hund!
Ja, er ging über Bord, indes nicht baden,
sondern er wurde ohne größeren Schaden
gleich nachdem er über die Reling gegangen
ein Deck tiefer vom Smutje aufgefangen
auf dem Weg in den Tod
in seine Hundeherzensnot -
doch nun wieder in sicherem, gutem Hort!
Alles in Butter? Sure! Alles an Bord!
So geschah es einst wirklich, darauf mein Wort,
in der Nähe von Cronsborg, einem herrliche Ort.
So wurde es mir von Townsend erzählt.
Er ist mittlerweile mit Mary vermählt.
Mary? Miss Cord? Vom Hundchen das Frauchen?
Yes, mein Lieber! Genauchen, genauchen!
Reisen? Ja gerne, doch nie mehr zu See,
und schon gar nicht mit Bello!
Schifffahrt ade!
Ruth-Marion Flemming
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Das magische Kloster (Auszug)
Die Wolkendecke war aufgerissen, und die Sterne glitzerten so golden, als wären sie blank geputzt worden von dem vielen Regen. Lana eilte in das Kafenion am großen Platz.
»Auf, Brüderchen«, rief sie ungestüm, »jetzt geht es noch einmal auf den Berg, denn dort oben werden wir wohnenl« »Aber wo denn?« fragte Jan ungläubig.
»Bei einem Franziskanermönch in einem Kloster. Er wartet am Hafen auf uns.«
Schon von weitem war die dunkle Gestalt in der langen Kutte zu sehen, die vor einem hellen Auto stand.
»Ich bin Pateras Joannis«, stellte er sich den Geschwistern vor, lud ihr Gepäck ein und hieß sie einsteigen.
Sie fuhren durch schmale, steil ansteigende Straßen bis zu einem Parkplatz, der sich im oberen Drittel des Berges befand. Dort ließ sie der Mönch aussteigen und das Gepäck ausladen, dann öffnete er mit einem großen Schlüssel eine rostige Eisentür, die in den Berg führte, und chauffierte das Fahrzeug in die dämmrige Höhle.
»Folgen Sie mir«, sagte er dann, als er die Tür wieder verschlossen hatte, und eilte mit wehender Kutte und großen Schritten vor ihnen her, durch einen Torbogen, tauchte ein in ein Labyrinth von Gässchen, die aus unzähligen Stufen bestanden, bog rechts ab und dann wieder links, führte sie hinauf und erneut ein Stückchen hinab, bis sie vor einem Torbogen anlangten, in dem der Eingang zum Kloster lag. Eine schwarze Katze saß in der offenen Tür und miaute.
»Kalispéra, Kapsina«, sagte Pateras Joannis und stieg, von der Katze gefolgt, eine breite, weißgekälkte Marmortreppe hinauf in den ersten Stock, den Salon, der den Mittelpunkt des Klosters bildete. Als hätte der Mönch es sehr eilig, nahm er mehrere Stufen auf einmal hinauf in den zweiten Stock, in dem sich der Zellentrakt befand. Kurz blickte er sich nach seinen Gästen um, bedeutete ihnen, die Rucksäcke abzusetzen und ihm zu folgen.
Sie betraten einen langen, schmalen Vorbau, der das Kloster mit dem Kirchendach verband und standen im Freien. Stattlich ragte der hohe Glockenturm in den nächtlichen Himmel. Lara und Jan schwiegen überwältigt. Zu ihren Füßen breitete sich Areopolis aus, dessen unzählige Lichter weit aufs Meer hinaus grüßten. Über ihren Köpfen sahen sie nichts als den klaren Nachthimmel, von unzähligen leuchtenden Sternen überzogen, die wie Diamanten glitzerten. Ein Hauch von Ewigkeit streifte die beiden. Verzaubert und gebannt blickten sie abwechselnd auf die Lichter der Stadt und hinauf zu dem faszinierenden Himmelszelt.
»Wie wunderbar«, murmelte Lara, die als erste die Sprache wiederfand, »es ist wie ein schöner Traum, aus dem ich nie wieder erwachen möchtel«
»Nun«, erwiderte der Mönch nach einer Weile, »gut, dass Sie die besondere Atmosphäre des Klosters spüren. Außergewöhnliche Dinge ereignen sich hier, aber davon ein andermal! Was man hier oben begreifen kann, ist die Philosophie des Kirchendaches ...
Hin und wieder nehme ich gegen einen kleinen Obulus Gäste auf, aber immer nur solche, von denen ich glaube, dass sie empfängliche Menschen sind und gelehrige Schüler der Universität des Daches sein werden. Wenn sie nach Hause zurückkehren, müssen sie diese Philosophie in ihr Leben integriert haben.«
»Und wann«, wollte Lara wissen, »ist die Universität geöffnet?«
»Von Beginn der Dunkelheit bis zur Morgendämmerung«, erwiderte der Mönch, und seine schwarzen Augen strahlten wie die Sterne am Himmel.
»Kommen Sie, ich werde Ihnen die Zellen zeigen, wo Sie sich häuslich einrichten können.«
Die beiden Räume hatten eine Verbindungstür, die offenstand. Aus den Fenstern sah man in den Garten, der jetzt nur vom Licht der Gestirne erhellt wurde. Weit unten lagen die beleuchtete Hafenmole und das dunkle Meer.
Die Zellen waren karg und dennoch heimelig. Die weißen Wände reflektierten das Licht, das zwei nackte Glühbirnen auf die dicken Mauern warfen. Ein Bett, ein Stuhl, ein zierlicher, blaugestrichener Schreibtisch, ein Wandschrank und ein Kleiderhakenbrett bildeten das einzige Mobiliar.
Der Mönch lehnte im Türrahmen und rauchte; seine lange, dunkelbraune Kutte verlieh ihm das Aussehen eines Zauberers. Die kurzgeschorenen, weißen Haare standen in seltsamem Kontrast zu dem schwarzen Bart, der fast völlig die Lippen verdeckte. Asketisch wirkten seine Gesichtszüge, nur in den dunklen Augen loderte ein Feuer von großer Intensität. Schweigend blies der Mönch den Rauch in kleinen Kringeln in den Raum, während er Jan und Lara zusah, die ihre Rucksäcke auspackten. Die Rauchkringel schwebten als weiße Wölkchen zum Fenster hinaus.
»Wenn Sie wollen, können Sie mit mir zu Abend essen«, sagte Pateras Joannis nach einiger Zeit.
Dankend nahmen die Geschwister das Angebot des Hausherrn an, immer noch von einem Zauber umfangen, den die alten Mauern des Klosters auszuströmen schienen. Als der Mönch sie später zu Tisch rief und im Refektorium Platz nehmen hieß, war es ihnen, als ob sie träumten. Alles war so unerwartet geschehen und doch wieder so, als sei es für sie vorbestimmt gewesen ...
Nach beendetem Mahl gingen sie hinauf, traten noch einmal auf das Kirchendach, um das strahlende Firmament als letztes Bild dieses ereignisreichen Tages mit hinüber ins Reich der Träume zu nehmen.
Durga Hoff-Ortstein
(1989)
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